ILE Frankenpfalz - Exkursion nach Weißenstadt

Bürgermeister informieren sich über Kommunalunternehmen

Am 5. Juli hat die ILE Frankenpfalz im Fichtelgebirge e.V. eine ganztägige Exkursion in den Raum Weißenstadt unternommen, um sich vor Ort über Projekte der Ländlichen Entwicklung und der interkommunalen Zusammenarbeit zu informieren. Mit an Bord waren die Bürgermeister und Geschäftsstellenleiter sowie der ILE-Manager.


„Man müsste sich das einmal vor Ort anschauen“ Dieser Satz fällt häufig, wenn bei den Sitzungen der ILE Frankenpfalz über die Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit gesprochen wird. Zuletzt war dies der Fall, als darüber diskutiert wurde, ob eine engere Zusammenarbeit beim Abwasser oder den Bauhöfen sinnvoll wäre. Beschaffung, Maschinenpark, Bereitschaftsdienste oder Materiallager sind dabei nur einige der denkbaren Handlungsfelder. Organisatorisch wäre vieles möglich, die Spannbreite reicht von loser Kooperation bis hin zum „Outsourcing“ durch die Gründung eines gemeinsamen Kommunalunternehmens. Aber rechnet sich das auch? Und wie könnte das konkret in der Praxis aussehen? Nach der letzten ILE-Sitzung war klar: Wir schauen uns das einmal vor Ort an – in Weißenstadt!



Zu Gast beim gemeinsamen Kommunalunternehmen gKU Oberes Egertal

gKU Oberes Egertal: Um 09:00 Uhr war man zu Gast in Weißenstadt. Seit 2007 arbeiten die Stadt Weißenstadt und die Gemeinde Röslau in den Bereichen Wasser, Abwasser, Strom und Bauhof zusammen und wickeln diese Geschäftsbereiche über das gemeinsame Kommunalunternehmen ab. Herr Webhofer, Vorsitzender des gKU Oberes Egertal, erläuterte ausführlich, wo die Vorteile seines Kommunalunternehmens liegen. Ziel war es, durch die Umwandlung der Stadtwerke Weißenstadt, der Wasserversorgung Röslau und der gemeinsamen Abwasserentsorgung durch den ehemaligen Abwasserzweckverband dauerhaft bezahlbare Wasser- und Abwassergebühren zu sichern. Schließlich wurden auch noch die beiden kommunalen Bauhöfe in das neue Konstrukt integriert. Das Prinzip ist einfach erklärt: Die Gemeinden übertragen die genannten Aufgabenbereiche weitgehend auf das gKU. Die Leistungen, die das Kommunalunternehmen mit seinen rd. 30 Beschäftigten erbringt, werden den beteiligten Gemeinden dann in Rechnung gestellt. Die Bürgermeister interessierten sich vor allem dafür, wie das konkret in der Praxis funktioniert.


Besichtigung des Heizwerks und des Nahwärmenetzes in Weißenstadt

Heizwerk und Nahwärmenetz: Für das gemeinsame Kommunalunternehmen wurde auch ein Nahwärmenetz aufgebaut und ein Heizwerk errichtet. Dafür wurde ein vormals leerstehendes und in Teilen denkmalgeschütztes Getreidelagerhaus renoviert. Nutzung und Betrieb erfolgen im Verbund mit einem ortsansässigen Sägewerk, wodurch eine hohe Auslastung erreicht wird.

Aus tiefen Kellern zu Hochgeistigem: Unter diesem Motto führte Gerald Kastl zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten in Weißenstadt. Nach einer Besichtigung der evangelischen Stadtkirche konnte ein Teil der Bergwerksstollen begangen werden, die direkt unter den Häusern der Stadt liegen. Die Führung endete in Sack`s Destille- und Drogerie-Museum. Seit über 150 Jahren werden dort handgemachte Fichtelgebirgsschnäpse hergestellt, die mittlerweile mehrfach ausgezeichnet wurden. Natürlich haben sich die Gäste aus der Frankenpfalz auch selbst einer kleinen Kostprobe unterzogen.


Bei Gerald Kastl im Drogerie- und Destille-Museum in Weißenstadt

Einkehr in der Waldschmiede: Zum Mittagessen ging es in die Waldschmiede bei Kirchenlamitz. Dort hatte man sich mit Bürgermeister Thomas Schwarz verabredet. Er berichtete über aktuelle Entwicklungen in seiner Gemeinde, zum Beispiel über die Ansiedlungserfolge des gKU Winterling Immobilien. Mit diesem Kommunalunternehmen werden systematisch Nachnutzungen für die Areale der ehemaligen Winterling-Porzellan AG gesucht. Zwischen den Bürgermeistern fand auch ein reger Austausch über Maßnahmen der Dorferneuerung statt.


Mit Bürgermeister Thomas Schwarz beim Granitlabyrinth Epprechtstein


Granitlabyrinth und Burgruine Epprechtstein: Am Nachmittag wurde das Granitlabyrinth Epprechtstein besucht und Bürgermeister Schwarz berichtete über die Entstehungsgeschichte sowie ein dort geplantes Informationszentrum, mit dem die touristische Attraktivität deutlich gesteigert werden soll. Anschließend ging es entlang des Steinbruchwanderweges hinauf zur Burgruine Epprechtstein, einem der schönsten Aussichtspunkte in der Region.


Ausblick von der Burgruine Epprechtstein bis nach Tschechien

Gegen 17:00 Uhr wurde dann der Rückweg in die Frankenpfalz angetreten, wo man den Tag noch in gemütlicher Runde hat ausklingen lassen. Die ursprünglich geplante Besichtigung des Dorfladens in Thierstein konnte leider nicht mehr untergebracht werden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denn am Ende waren sich alle einig: Dies war sicher nicht die letzte Exkursion der ILE Frankenpfalz im Fichtelgebirge. Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

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